Archive für den Monat: September, 2011

Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt und der Akademie der Wissenschaften in Ekaterinburg finden bemerkenswerte Zeugnisse einer vergessenen Kultur im Trans-Ural

FRANKFURT. Der Ort des Geschehens liegt 3.530 Kilometer Luftlinie vom Campus Westend der Goethe-Universität entfernt in Westsibirien, mitten in der russischen Steppe. Dieses Gebiet im Trans-Ural spielt seit kurzem eine wichtige Rolle für Prof. Rüdiger Krause, Professor für Vorgeschichte Europas am Institut für Archäologische Wissenschaften und seine russische Kollegin, Prof. Dr. Ludmila Korjakova von der Russischen Akademie der Wissenschaften aus Ekaterinburg. Unterstützt wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Russischen Stiftung für Geistes- und Sozialwissenschaften in Moskau (RGNF).

Von Anfang Juli bis Mitte August 2011 haben die beiden Archäologen und ihr großes Team an Mitarbeitern und Studenten bei einer Grabungskampagne weitere Geheimnisse der Steppe enthüllt. Über den Alltag einer längst verflossenen Menschheitsepoche gab die Erde viele Zeugnisse frei: Hausgrundrisse bronzezeitlicher Häuser wurden ebenso gefunden wie zahlreiche Hinterlassenschaften des täglichen Lebens (Keramikscherben, Tierknochen, Geräte aus Stein, Knochen und Bronze). Spektakulär sind die zahlreichen Brunnenschächte zur Wasserversorgung, die sich in jedem Haus finden. Aus den Brunnenverfüllungen liegen erstmals zahlreiche Hölzer mit Bearbeitungsspuren vor, die wertvolle Hinweise zur Holzbearbeitung vor 4000 Jahren liefern. Aus Grabhügeln, die an vielen Stellen die karge Landschaft überragen, sind seit Jahren Streitwagen bekannt, die über die älteste, weltweit bekannte Speichenrad-Technologie verfügen. Auch finden sich in den Grabhügeln Pferdegeschirre mit scheibenförmigen Trensenknebeln, die bis an die untere Donau und zu den bronzezeitlichen Schachtgräbern von Mykene zu finden sind und somit weiträumige Kontakte durch die Weiten der Steppe zwischen Ost und West bezeugen.

Bei den Grabungen wurde auch klar, dass die bronzezeitlichen Steppen-Menschen bereits über einen hohen gesellschaftlichen Organisationsgrad verfügten, der aber offenbar nicht von Dauer war: Befestigte Siedlungen mit regelhafter, funktionaler Innengliederung und systematisch angeordneten Häusern, die wie aus dem Nichts aufzutauchen scheinen und nach ungefähr zwei Jahrhunderten ebenso plötzlich im bislang noch undurchsichtigen Nebel der weiteren Geschichte wieder verschwinden, setzten die Forscher in Erstaunen.

Grundlage für diese frühe kulturelle Blüte bilden u.a. die überaus reichen Mineral- und Erzvorkommen des Urals, die seit dieser Zeit bis heute genutzt werden und von herausragender Bedeutung für die Entwicklung des eurasischen Steppenraums sind. Die Grabungen werden unterstützt von einem interdisziplinären Team von Wissenschaftlern: Archäobotanikern und Vegetations¬geschichtlern, Bodenkundlern und Biologen, Archäometallurgen, Geologen, Geophysikern und Vermessungsspezialisten, zu denen renommierte Wissenschaftler der Akademie der Wissenschaften aus Ekaterinburg, Tscheljabinsk, Miass sowie der Goethe-Universität gehören.
Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Quelle:
Dr. Olaf Kaltenborn
Marketing und Kommunikation

Goethe-Universität Frankfurt am Main

Frank Rühli (rechts) und Hendrik von Waldburg mit peruanischer Hockermumie vor einem MRI-Gerät. Siemens-Pressebild

Die Universität Zürich zeigt auf dem Campus Irchel eine umfassende Mumien-Ausstellung. Sie präsentiert unterschiedliche Arten von Mumien und erklärt die moderne Mumienforschung. Die Ausstellung vermittelt aber auch den faszinierenden Totenkult im alten Ägypten und die Magie, die von Mumien ausgeht. «Mumien: Mensch, Medizin, Magie» dauert vom 23. September 2011 bis 8. Januar 2012.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Welt der Mumien und die neuesten Techniken, mit denen Mumien heute an der UZH medizinisch erforscht werden. Herzstück der Ausstellung ist eine begehbare ovale Mumienkapsel. Darin aufgebahrt sind die Mumie des ägyptischen Priesters Nes-Schu, eine peruanische Hockermumie, die Basler Barfüssermumie, eine Römermumie aus Ägypten, ein mittelalterliches Kinderhirn und ein Knochenstück von «Ötzi». An diesen und anderen Mumien erforschen Privatdozent Frank Rühli und sein Team am Zentrum für Evolutionäre Medizin Todesursachen und diagnostizieren Krankheitsbilder. Ihr Ziel ist es, mehr zu erfahren über die Veränderungen und Neuentstehungen von Krankheiten über die Jahrhunderte hinweg. So gelangen sie zu neuen Erkenntnissen über Krankheits- und Gesundungsprozesse in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Mumien auswickeln

Mumien tragen historische Krankheiten in sich, sind tote Patienten und medizinische Forschungsobjekte. Die Ausstellung zeigt anhand von Filmen und Schautafeln, wie Mumien durchleuchtet und untersucht werden. Die Forscher nutzen beispielsweise Computertomographie oder Magnet-Resonanz-Bildgebung (MRI), um eine Mumie am Computer auszupacken, ohne sie anfassen oder beschädigen zu müssen.

Mumien-DNA entschlüsseln

Besucherinnen und Besucher der Ausstellung erfahren, wie Mumien mit Methoden der Molekularbiologie untersucht werden. Sie lernen die modernsten genetischen Techniken kennen, mit denen der DNA-Code von historischen Mumien geknackt und ihre Krankheitserreger festgestellt werden können. Die Besucher können selber erfahren, wie man mit DNA-Analysen verwandtschaftliche Beziehung von Mumien nachweisen kann.

Mumien erzählen

Mumien sind nicht nur Objekte der Forschung; Mumien haben gelebt, geliebt, gelitten. Sie sind Zeugnisse historischer Epochen und erzählen von Werten und Kenntnissen früherer Kulturen. In der Ausstellung wird darum auch der Totenkult vorgestellt und erklärt, warum und wie die alten Ägypter die Verstorbenen mumifiziert haben. Ihre Jenseitsvorstellungen werden beschrieben und die Ausstattung ihrer Gräber. Zu sehen sind unter anderem Grabbeigaben wie der Ba-Vogel, Amulette oder die kopfartigen Deckel der Kanopen-Krüge, in denen die Organe der Verstorbenen aufbewahrt wurden.

Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

 

Quelle:
Beat Müller
Kommunikation

Universität Zürich

Die Sonderausstellung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) bietet seltene Einblicke in das Mittelalter Afrikas: Den Europäern unbekannt entstanden in Westafrika mächtige Reiche mit weitreichenden Handelsbeziehungen. Fundstücke aus drei Elitegräbern in Nordnigeria, die im RGZM restauriert wurden, bezeugen die Macht jener Länder.

Eiserne Beinringe aus Grab 4 des Gräberfeldes von Durbi Takusheyi, Katsina State, Nigeria. 13/14 Jh. n. Chr. Foto: RGZM / R. Müller

Das mittelalterliche Europa nahm Afrika kaum wahr. Ihm entging, dass sich in der Sahel- und Sudanzone Westafrikas einflussreiche islamische Staaten mit sakralen Herrschern bildeten. Diese Staaten standen in regem kulturellen Austausch mit der arabischen Welt. Ihr wirtschaftlicher Erfolg beruhte auf dem Export von Gold, Sklaven und Elfenbein – ihre Handelsverbindungen reichten bis nach Europa und Indien. Auch als Portugiesen, Franzosen, Niederländer und Briten im 15. Jahrhundert die Küsten Westafrikas erschlossen, blieben ihnen die Staaten im Innern Afrikas unbekannt und geheimnisvoll. Nur die nach Europa gelangten Kostbarkeiten, wie Gold und Elfenbein, ließen die Macht jener Reiche erahnen. Erst im 19. Jahrhundert gerieten die Länder südlich der Sahara ins Visier europäischer Expansionsinteressen. Mit Beginn des Imperialismus am Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie in die Nationalstaaten ihrer Besatzer integriert, wo sie bis zur Unabhängigkeit als Emirate fortbestanden.
Beleuchtet werden die Entstehung und die Expansion der mittelalterlichen Reiche im Norden Nigerias bis hin zu ihrer Entdeckung durch die Europäer im 19. Jh. Zudem führt die Ausstellung in den Naturraum der Sahel- und Sudanzone ein und integriert Elemente der traditionellen Architektur in das Ausstellungskonzept. Im Mittelpunkt stehen Fundstücke aus drei Elitegräbern dieser Gesellschaften – u. a. reiche Importe aus der arabischen Welt –, die ins 13./14. Jahrhundert und um 1500 datieren. Sie zeugen von der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung Westafrikas sowie ihres weitreichenden Handelsnetzes im Mittelalter.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der nigerianischen Denkmalbehörde (National Commission for Museums and Monuments – NCMM), deren Objekte in den Werkstätten des RGZM restauriert wurden. Auch Leihgaben des Weltkulturen Museums und aus der Sammlung des Frobenius-Instituts, beide in Frankfurt am Main, werden gezeigt.

Weitere Informationen zu der Sonderausstellung finden Sie hier.

 

Quelle:
Christina Nitzsche
Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) – Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte

Im berühmten Apollonheiligtum von Didyma (Westtürkei) stießen deutsche Archäologen überraschend auf ein Theater aus der römischen Kaiserzeit

Bei den Ausgrabungen der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste und des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Didyma (Westtürkei) wurden im August 2011 völlig unerwartet die Reste eines antiken Theaters gefunden. Schon im Sommer 2010 hatten die Grabungen eine große gerundete Mauer mit einem Treppenzugang zutage gefördert, welche damals noch als Terrassenmauer gedeutet wurde. Dieses Jahr wurden nun gerundete Sitzstufen in situ gefunden, die ohne Zweifel zu einem Theater gehören, und dessen Existenz sicher belegen.

Interessant ist dieser Fund in verschiedener Hinsicht: Theater gab es zwar in vielen antiken Städten; aber Didyma war keine Stadt, sondern ein außerstädtisches Heiligtum, das zu dem 17 km entfernten Milet gehörte, das selbst ein großes Theater besaß.
Obwohl Theater in der Regel nicht zur Ausstattung eines Heiligtumes gehörten, hatte man im Fall von Didyma schon früh den Verdacht, dass es ein solches gegeben haben könnte. Denn den antiken Inschriften zufolge fanden im Heiligtum regelmäßig Wettkämpfe zu Ehren Apollons statt, die auch Gesangs- und Redewettbewerbe umfassten. Da aber im Verlauf der Grabungen nur ein Stadion für die sportlichen Wettkämpfe zutage trat, vermutete man, die musischen Agone (griech. „Wettstreit“) wären im Theater von Milet abgehalten worden. Seit den diesjährigen Ausgrabungen ist jedoch klar, dass die Gesangs- und Redewettbewerbe für Apollon doch in seinem Heiligtum in Didyma stattfanden.

Mit dem Fund des Theaters in Didyma kann womöglich ein weiteres, langjähriges Rätsel gelöst werden. Bei den ersten deutschen Ausgrabungen Anfang des 20. Jhs. wurden Bauteile eines sogenannten Tabernakelbaues gefunden, der für die Fassaden von Nymphäen und Toranlagen, aber auch für die von Bühnengebäuden typisch war. Im Apollonheiligtum von Didyma existierte jedoch bislang kein Fundament, mit dem man diese Teile hätten verbinden können. Da nun die Existenz eines Theaters erwiesen ist, gilt es zu überprüfen, ob die Tabernakelfassade zum Bühnenhaus gehört hat; dessen Unterbau im kommenden Jahr ausgegraben werden soll. Wenn sich die vermutete Verbindung mit der Tabernakelfassade bestätigt, hätte man auch eine sichere Datierung gewonnen, da diese neben Apollon u. a. dem römischen Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.) geweiht ist. So ließe sich diese Phase des Theaters in die Blütezeit des Römischen Reiches einordnen.

Der Fund des Theaters von Didyma ist ferner deshalb bedeutend, weil wir vom Apollonheiligtum bisher fast ausschließlich seinen riesigen Marmortempel (60 m x 120 m im Grundriss messend) kennen, der zu den größten und am besten erhaltenen Tempeln der Antike gehört. Da am Ort des antiken Didyma im 18. Jh. eine neue Siedlung entstand, waren den Ausgrabungen von Beginn an enge Grenzen gesetzt. Um den Tempel freizulegen, wurde zwar ein Teil der modernen Bebauung abgetragen, doch die Häuser im unmittelbar angrenzenden Areal bestanden weiter, sodass das Zentrum des Heiligtums nicht weiter freigelegt werden konnte. Dementsprechend konzentrierten sich die Grabungen seit den siebziger Jahren des 20. Jhs. dann auch auf das Gebiet im Norden des Tempels, wo man z. B. den Endabschnitt der gepflasterten Heiligen Straße, Hallen mit Läden und eine römische Therme freilegte. Weitere, insbesondere aus den Inschriften bekannte Großbauten konnten dabei jedoch nicht lokalisiert werden.
Erst in den letzten Jahren hat sich die Ausgangsposition für die archäologische Erschließung der berühmten Orakelstätte grundlegend geändert, da mittlerweile viele Wohnhäuser des 18. und 19. Jhs. verlassen und eingestürzt sind. Damit ergeben sich rund um den Apollontempel ganz neue Grabungsmöglichkeiten, und durch die Auffindung des Theaters wird nun eindrucksvoll deutlich, dass in Didyma in den nächsten Jahren mit der Entdeckung weiterer Großbauten zu rechnen ist.

Der Grabungsleiter von Didyma ist Prof. Dr. Andreas Furtwängler (Universität Halle). Das an der Universität Bonn angesiedelte Projekt „Kulte im Kult“ der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste wird von Prof. Dr. Helga Bumke (Universität Bochum) geleitet und gemeinsam mit Dr. Jan Breder, Dr. Ivonne Kaiser und Dr. Ulf Weber durchgeführt.

Weitere Informationen hierzu :

http://www.dainst.org/de/pressrelease/antikes-theater-entdeckt?ft=all
http://www.ai.uni-bonn.de/lehre-und-forschung/projekt-kulte-im-kult-1

 

Quelle:

Nicole Kehrer M.A.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Deutsches Archäologisches Institut

Der Einsatz digitaler Medien ist heute fester Bestandteil von Forschung und Lehre in der Geschichtswissenschaft. Weiterhin offen ist die Frage, welche Konsequenzen daraus für die Wissenschaft entstehen. Wie verändern das Internet und EDV-gestützte Arbeitsmethoden die historische Forschung? Welche Perspektiven bieten digitale Medien in den Geschichtswissenschaften für die weitere Entwicklung von Forschung und Lehre? Wie haben sich die Grenzen zwischen Fachwissenschaft und Öffentlichkeit bei der Veröffentlichung und Wahrnehmung von Quellen und Publikationen verschoben? In vielen interdisziplinären Projekten stellen sich Wissenschaftler diesen Fragen und beobachten dabei Veränderungen quantitativer und qualitativer Art: Zahlreiche internetgestützte Informations- und Kommunikationsangebote haben das Experimentalstadium verlassen und sich im Netz des Web 2.0 etabliert, beispielsweise als kollaborative Arbeitsplattformen oder in sozialen Netzwerken. Vor allem Nachwuchswissenschaftler greifen auf Internetangebote wie Facebook, Twitter, Wikipedia und Co. zurück und eignen sich deren mediale Informations- und Kommunikationsstrukturen für Forschung und Lehre an. Mit welchen intendierten Zielen, Auswirkungen und Perspektiven ist dabei allerdings noch offen und bietet Raum für Diskussionen.

Das 15-jährige Jubiläum von H-Soz-u-Kult, dem Fach- und Kommunikationsforum für die Geschichtswissenschaften, und das einjährige Bestehen von L.I.S.A. – Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, sind der Anlass, die Veränderungen von Forschungspraktiken in den Geschichtswissenschaften vor dem Hintergrund des digitalen Wandels zu reflektieren und zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht dabei der Wandel von Arbeitspraktiken und Methoden. Zugleich wird eine Werksschau aktuellen Projektentwicklungen den Raum zur Präsentation geben.

Termin: 14. und 15. September 2011
Ort: Senatsaal, Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu
Berlin, Unter den Linden 6, 10117 Berlin
Veranstalter: Clio-online – Historisches Fachinformationssystem e.V.,
Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf

Hier geht es zur Seite der Tagung

 

Quelle:

Dr. Sybille Wüstemann
Geschäftsstelle

Gerda Henkel Stiftung

Der 2008 entdeckte Australopithecus sediba könnte der direkte Vorfahre der Gattung Homo sein. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der University of the Witwatersrand mit Beteiligung des Anthropologen Peter Schmid von der Universität Zürich. Die Forschenden beschreiben in fünf Publikationen in «Science», weshalb ihr Fund eher als Vorfahre in Frage kommt als frühere Entdeckungen wie der Homo habilis.

Die fossilen Knochen des Vormenschen, der nördlich von Johannesburg in Malapa ausgegraben wurden, sind 1,98 Millionen Jahre alt. Dies ergaben die neuesten Untersuchungen der beiden Skelette MH-1 und MH-2, die von einem etwa 10-13jährigen Knaben und einer etwa 30jährigen Frau stammen.

Wie sich herausstellte, vereint Australopithecus sediba verschiedene Merkmale, die bei einem frühen Vorfahren des Menschen so noch nicht gesehen wurden. So zeigen die Fossilien ein überraschend modernes, aber kleines Gehirn, eine sehr modern entwickelte Hand mit langen Daumen wie beim Menschen, ein sehr menschenähnliches Becken, aber eine Fuss- und Fersenform, die sowohl affen- als auch menschenartig ist. Prof. Lee Berger, University of the Witwatersrand, ist aufgrund der Funde der Ansicht, dass Australopithecus sediba der beste Kandidat als direkter Vorfahre der Gattung Homo ist.

Mehr hierzu auf der Seite der Universität Zürich

 

Quelle:

Beat Müller
Kommunikation

Universität Zürich

Ausgrabungen von Frankfurter Archäologen in der Nähe von Wallerstädten (Groß-Gerau) haben neue und überraschende Erkenntnisse zur römischen Besiedlung des nördlichen Hessischen Rieds erbracht. Das Fundmaterial lässt darauf schließen, dass das hier vermutete römische Truppenlager von den 40er-Jahren bis in die 70er-Jahre des 1. Jahrhunderts nach Christus existiert hat und damit älter ist als das bekannte Römerkastell im nahegelegenen Groß-Gerau.

„Die Entdeckung und Erforschung des römischen Lagers bedeutet für die Besiedlungsgeschichte des Rieds einen völlig neuen Impuls. Bislang ging die Forschung davon aus, dass die strategisch wichtige Gegend südlich der Mainmündung – als Vorfeld der Metropole Mogontiacum, Mainz, – erst unter dem Kaiser Vespasian (69-79) dem Imperium Romanum einverleibt worden sei. Nun wissen wir, dass Groß-Gerau nicht das erste Zentrum der mediterranen Großmacht im Ried war“, erläutert Prof. Hans-Markus von Kaenel von der Goethe-Universität während eines Mediengesprächs in Wallerstädten…

Mehr hierzu auf der Seite der Uni Frankfurt

 

Quelle:

Ulrike Jaspers
Marketing und Kommunikation

Goethe-Universität Frankfurt am Main