Am 20.10. fand der 15. Berliner Archäologentag statt. Unter dem Motto „Archäologie und Stadtplanung“ stellten Vertreter des Landesdenkmalamtes und der Archäologischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg e.V. unter anderem die Ergebnisse der Großgrabungen in den mittelalterlichen Städten Berlin und Cölln vor.

Um die historische Vergangenheit wieder erlebbar zu machen, sollen in der historischen Mitte Berlins Ausgrabungsstätten zukünftig in die Neubebauung integriert werden. „Archäologische Fenster“ werden Einblicke in die mittelalterliche Geschichte der Stadt gewähren. So sollen die Bodenfunde auf dem Petriplatz – derzeit lediglich durch einen provisorischen Überbau vor Witterungsverhältnissen geschützt – innerhalb eines geplanten interreligiösen Zentrums für die Öffentlichkeit sichtbar bleiben. Ein Teil des alten Rathauskellers vor dem Roten Rathaus soll ebenfalls hinter einer Glasfront im zukünftigen U-Bahnhof bestehen bleiben. Ähnliche Konzepte gibt es für Kellerräume des Berliner Schlosses.

Neben den Vorträgen konnten die Besucher des Archäologentages die Grabungen auf dem großen Jüdenhof sowie vor dem Roten Rathaus besichtigen.

Auf dem Jüdenhof sind momentan hauptsächlich Strukturen aus dem 18. Jahrhundert freigelegt. Hier hoffen die Archäologen, im nächsten Jahr bis zur ersten Phase des mittelalterlichen Berlins vorzudringen. Schriftlich wird der Große Jüdenhof erstmals 1505 erwähnt. Jüdische Familien, die sich auf dem Molkenmarkt angesiedelt hatten, errichteten ihn dennoch bereits im 13. Jh. und lebten hier bis ins 16. Jh.

Grabung auf dem Großen Jüdenhof (LH)

Großer Jüdenhof: Funde des 18. Jh. (LH)

Auf dem Jüdenhof sind derzeit hauptsächlich Strukturen aus dem 18. Jh. freigelegt. (LH)

Der Archäologentag stieß auf reges Interesse. (LH)

Die freigelegte Königstraße (in der u.a. auch der Berliner Skulpturenfund gemacht wurde). (LH)

Die Kellerräume des mittelalterlichen Berliner Rathauses (LH)

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