Archive für den Monat: September, 2012

Diese Statue hat eine bewegte Geschichte. Mit einer von den Nazis finanzierten Expedition kam sie aus Tibet nach Deutschland, verschwand in einer Privatsammlung. Jetzt wurde sie erstmals untersucht. Ergebnis: Sie ist aus Meteoritengestein geschnitzt und wohl die einzige ihrer Art weltweit…

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Die große Ausstellung widmet sich dem antiken Heiligtum von Olympia, dem dortigen Kult und den dabei veranstalteten Wettkämpfen, die alle vier Jahre auch hinter den modernen olympischen Spielen aufleuchten.
„Mythos Olympia“ ist eine Initiative der Griechischen Kulturstiftung und des Griechischen Kulturministeriums. Das Deutsche Archäologische Institut und der Martin-Gropius-Bau sind Partner des Projektes. Die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin unterstützt das Vorhaben großzügig mit Leihgaben.

Über 500 wertvolle Leihgaben aus Griechenland sind zu sehen. Wichtige Leihgaben aus dem Vatikan, aus Paris, Rom, Dresden und München ergänzen das große Panorama.

Das antike Heiligtum wurde um 1000 v. Chr. für Zeus, den höchsten aller griechischen Götter, gegründet und hat etwa 1500 Jahre geblüht. Die umliegende Landschaft Elis hatte schon im mykenischen 2. Jahrtausend v. Chr. eine bedeutende Rolle gespielt, wovon reiche, bisher noch niemals gezeigte Funde aus neueren griechischen Ausgrabungen im ersten Saal der Ausstellung zeugen. Viele Tausend Weihegaben mit Tier- und seltenen Menschendarstellungen waren für den Zeuskult einst von Pilgern abgelegt worden. Sie stammen teilweise aus den ältesten griechischen Kunstperioden. Eine Auswahl von wichtigen Funden ist in der Ausstellung zu sehen.

Für Zeus wurde in klassischer Zeit ein großer skulpturengeschmückter Tempel errichtet, dessen Kultbild zu den sieben Weltwundern gezählt wurde. Die Berliner Ausgräber des 19. Jahrhunderts verabredeten mit dem griechischen Staat, dass alle gefundenen Originalfragmente der Skulpturen vor Ort in einem eigens dafür errichteten Museum verbleiben, Berlin aber Abgüsse erhält: Die Rekonstruktionen der beiden Giebel des Zeustempels, jeder etwa 30 Meter lang, sind im prachtvollen Lichthof des Gropiusbau als Mittelpunkt der Ausstellung aufgestellt.

Schon früh entstanden als Teil des Zeuskultes die olympischen Spiele. Die älteste der sportlichen Disziplinen, ursprünglich zum Altar des Zeus gerichtet, war der Wettlauf der Männer. Bald durften sich die Sieger der Wettkämpfe durch Statuen feiern lassen. Teilnehmende griechische Städte suchten sich durch Weihgaben zu übertrumpfen. Auf den einfachen Erdwällen des Stadions in Olympia standen aufgereiht und aufgetürmt Waffen, mit denen sich die Sieger der unzähligen Städtekriege des alten Griechenland präsentierten. Von den vielen Funden seit den 1870er Jahren zeigt die Ausstellung einen breiten Querschnitt. Weitere Funde, von denen viele erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden, kommen von Altären anderer Gottheiten in Olympia.

Die Ausgrabungen im Heiligtum von Olympia werden in der zweiten Abteilung der Ausstellung so eindringlich wie noch nie erläutert. Es beginnt mit der Wiederentdeckung des Heiligtums durch eine französische Expedition im Jahre 1829. Einige der frühen Funde kommen als Leihgaben aus dem Louvre. In drei Sälen werden die deutschen und griechischen Grabungen in Olympia vorgestellt. Bedeutende Funde aus den drei Grabungsperioden werden mit Grabungsmethoden konfrontiert: Schnittzeichnungen, Funddokumentationen, Prospektionen.

In der dritten Abteilung der Ausstellung werden mit herausragenden Leihgaben die antiken Sportarten vorgestellt – Leichtathletik, Schwerathletik und Siegerbilder. Diese hatten noch eine andere, unerwartete Folge in der Kulturgeschichte der Menschheit, sind doch die Darstellungen des nackten menschlichen Körpers, in Olympia also des männlichen Siegers, grundlegend für die Entwicklung unseres Menschenbildes geworden. Ein eigener Saal versammelt hierzu Leihgaben aus dem Vatikan, aus Athen, Rom und Dresden.

Öffnungszeiten Gropius-Bau

MI bis MO 10:00–19:00
DI geschlossen
24.12. und 31.12. geschlossen
DI nach Weihnachten (25.12.) und Neujahr (1.1.) geöffnet

Weitere Informationen finden Sie hier.

Ihre Arbeitsgebiete sind die Archäologie, Byzantinistik, Geschichtswissenschaft und Kunstgeschichte: Fünf von der Gerda Henkel Stiftung geförderte Projektgruppen haben ihre Arbeit gefilmt. Entstanden sind professionell geschnittene Videofilme, die Grabungsfortschritte, die geduldige Suche nach Sachzeugen oder den langen Weg von der Forschung zur Ausstellung nachvollziehbar machen. Die Filme werden episodenweise in L.I.S.A. – dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung veröffentlicht. Die erste Folge ist dort ab sofort unter der Rubrik L.I.S.A.video abrufbar.
Nach einer ersten Staffel von Wissenschaftsfilmen, die bis heute rund eine Million Mal angeklickt wurden, setzt die Gerda Henkel Stiftung damit ihre Filmreihe mit Partnern aus der Wissenschaft fort.

„Mit den Filmen möchten wir eine breitere Öffentlichkeit einladen, sich ein möglichst authentisches Bild von Wissenschaftlern und ihrer täglichen Projektarbeit zu machen“, so Dr. Angela Kühnen, Mitglied des Vorstands der Gerda Henkel Stiftung. „Die Frage, wie sich geisteswissenschaftliche Forschung darstellen lässt, kann je nach Disziplin und Thema unterschiedlich beantwortet werden. Wir haben daher für die zweite Staffel von L.I.S.A.video bewusst eine sehr offene Form gewählt“. Fünf „erzählende“ Episoden dokumentieren den Forschungsprozess. Vier weitere Folgen sind jeweils einem Forschergespräch, einem Teamporträt, dem wissenschaftlichen Umfeld und einem relevanten Objekt, dem „Schlüsselstück“, gewidmet. Ein Team um den Autor, Regisseur und Produzenten Peter Prestel hat die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ihrer Arbeit hinter der Kamera unterstützt.

Die Projekte
Dr. Brigitte Franzen/Dr. Annette Lagler, Ludwig Forum für Internationale Kunst:
„Nie wieder störungsfrei! Aachen Avantgarde seit 1964“

Prof. Dr. Franz Alto Bauer, Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Byzantinistik, Byzantinische Kunstgeschichte und Neogräzistik
Prof. Dr. Holger Klein, Columbia University, Art History and Archaeology:
„Die Akropolis von Vize“ (Türkei)

Dr. Birgit Dalbajewa, Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden:
„Die Neue Sachlichkeit in Dresden“

Thomas T. Müller, Mühlhäuser Museen:
„Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation. Ein Projekt zur Erschließung von Sachzeugen zur alltäglichen Frömmigkeitspraxis in Mitteldeutschland“

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolf-Dietrich Niemeier, Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Athen:
„Ausgrabungen in Kalapodi, Griechenland“

Gerda Henkel Stiftung
Die Gerda Henkel Stiftung wurde 1976 von Frau Lisa Maskell (1914–1998) zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel in Düsseldorf errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft. Die Stiftung ist in Deutschland und international tätig und hat seit ihrer Gründung weltweit knapp 6.000 Forschungsvorhaben mit rund 100 Millionen Euro unterstützt. Im Jahr 2009 nahm die Gerda Henkel Stiftung die Popularität historischer Sujets zum Anlass, einen Förderschwerpunkt „Geschichte zwischen Literatur, Film und Wissenschaft“ aufzulegen. Ziel der Initiative ist es, Historiker und erfahrene Praktiker miteinander ins Gespräch zu bringen – über die Interaktion zwischen wissenschaftlichen und populären Darstellungsformen, formale und inhaltliche Trends ihrer Arbeit und die Zukunft filmischer und literarischer Umsetzungen. Die Stiftung schreibt den Themenbereich nicht aus, sondern initiiert eigene Projekte und beteiligt sich an ausgewählten Kooperationen.

Dr. Sybille Wüstemann
Geschäftsstelle
Gerda Henkel Stiftung