Vergangene Woche wurde das EU-Projekt „Pitoti“ in Madrid mit dem Europa-Nostra-Preis geehrt, der höchsten europäischen Anerkennung im Bereich des kulturellen Erbes. Das Projekt untersuchte prähistorische Steinfiguren an einer UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte in Norditalien und präsentierte die Gravuren mit moderner Medientechnik bei Ausstellungen. 

Im norditalienischen Tal Valcamonica meißelten Menschen mehr als 50.000 Steinfiguren, sogenannte Pitoti (auf Italienisch: kleine Püppchen), in den Fels. Die meist Jahrtausende alten Bilder zeigen Darstellungen von Menschen, Gegenständen, Jagd- und Tanzszenen und abstrakten Mustern, aber auch Europas erste Landkarte. Die Felsbilder sind oft kaum sichtbar oder in unwegsamem Gelände, das aus Konservierungsgründen nicht betreten werden darf. „Felskunst ist ortsgebunden und kann nicht beliebig transportiert werden. Durch das hohe Interesse an diesen Kunstwerken sind sie einem ständigen Strom von Besucherinnen und Besuchern ausgesetzt, der die anfälligen Steinbilder gefährdet und zerstört“, erklärt Markus Seidl, Leiter des Instituts für Creative\Media/Technologies (IC\M/T) und Pitoti-Projektleiter an der FH St. Pölten.

Vom Stein auf den Bildschirm

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Pitoti am Touchscreen (FH St. Pölten/MartinGrubinger)

 

Archäologen und Medientechniker aus Italien, Österreich und England arbeiteten im Pitoti-Projekt daran, die wertvollen Beispiele frühester Kunst dauerhaft zu erhalten. Die Steinbilder wurden digitalisiert und den Besuchern als Film, Animation, Installation und virtuelles Spiel präsentiert, etwa bei einer Ausstellung bei der Triennale in Mailand oder im Museum of Archaeology & Anthropology der Universität Cambridge.

Exzellente Kreativität und Innovation

Das EU-Projekt Pitoti machte die prähistorischen Steinbilder mit moderner Medientechnik für interessierte Menschen zugänglich.„Der technische Aspekt der Forschung ist von immensem Wert und dient als internationales bestes Beispiel für das Aufzeichnen dieser unbezahlbaren Kunstwerke. Die neu entwickelten Methoden zum Präsentieren der Kunst für ein Publikum und um Besucherinnen und Besucher zur Interaktion anzuregen, ist vorbildlich“, so die Preis-Jury in der Aussendung von Europa Nostra. Laut dem Statement der Jury ist die Qualität der Forschung höchst originell. Die Kombination aus alten und neuen Formen der grafischen Kunst sei mitreißend. Die Jurorinnen und Juroren honorieren an dem Projekt das Arbeiten an den Grenzen zwischen klassischer Forschung und Performancekunst.

Die prämierten Projekte des Europa Nostra Awards stellen exzellente Beispiele für Kreativität, Innovation, nachhaltige Entwicklung und soziale Partizipation im Bereich des kulturellen Erbes in Europa dar. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden für ihre Errungenschaften im Bereich der Konservierung und Forschung, für ihre engagierten Leistungen und ihre Aktivitäten in Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung gewürdigt.

Weitere Infos zum Pitoti-Projekt gibt es hier.

Quelle:
Mag. Mark Hammer
Marketing und Unternehmenskommunikation
Fachhochschule St. Pölten

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