Im Museumspark Kalkriese wird in diesem Jahr wieder gegraben. Seit gut vier Wochen begeben sich das Archäologienteam aus Kalkriese und die Wissenschaftler der Universität Osnabrück auf Spurensuche. Das ausgewählte Areal in einer Schneise im Museumspark ist bei den bisherigen Untersuchungen noch kaum berücksichtigt worden.

Das Schlachtfeld auf dem Oberesch in Kalkriese gehört zu den bedeutendsten römischen Fundplätzen in Deutschland. Durch die intensive archäologische Forschung ist es in den letzten Jahren gelungen, ein sehr differenziertes Bild von den Ereignissen im unmittelbaren Vorfeld einer als germanischer Hinterhalt gedeuteten Wallanlage zu erhalten. Bei den Untersuchungen größerer Bereiche im weiteren Umfeld des zentralen Schlachtfelds hat sich gezeigt, dass das von den Kampfhandlungen betroffene Gebiet wesentlich ausgedehnter war, als bislang vermutet. Deutlich lassen sich nun auch Kampfhandlungen in den germanischen Siedlungen der Umgebung und Absetzbewegungen römischer Truppen nach Norden, in das Große Moor hinein, fassen.

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Mit einer weiteren Grabung erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse zum Schlachtverlauf (Foto: Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH)

 

Die Archäologen der Universität Osnabrück und des Museums und Parks Kalkriese versuchen nun – tatkräftig unterstützt von erfahrenen ehrenamtlichen Grabungshelfern – die ersten Fragen zu beantworten. Mit Hilfe eines langen „Suchschnitts“ mit einer ca. 4 Meter breiten und 150 Meter langen Fläche wollen sie klären, ob es auf dem Oberesch weitere Erdwerke eines germanischen Hinterhalts oder sogar römische Verschanzungen gibt. Außerdem hoffen sie auf aussagekräftige Funde, die weitere Hinweise auf die an der Schlacht beteiligten Truppen geben. „Die Ergebnisse werden das Bild, das wir vom Verlauf der Schlacht haben, in wichtigen Aspekten erweitern und ergänzen“, erklärt Dr. Salvatore Ortisi, wissenschaftlicher Leiter des Projekts Kalkriese. Schon jetzt konnte das Grabungsteam interessante Funde vermelden, u.a. einen Bronzering von einem Schwertgehänge, Teile von Silberblechen, ein Pilum und unterschiedliche Nägel.

Bei ihren aktuellen Untersuchungen erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse zum Schlachtverlauf, mit denen sich das Kampfgeschehen noch besser nachvollziehen lässt. Die Grabungskampagne wird im Rahmen der Grundförderung durch den Kooperationsvertrag mit dem Land Niedersachsen und dem Grabungsvertrag mit dem Landkreis Osnabrück ermöglicht. Projektbezogen haben die Varus-Gesellschaft, MBN Bau AG und die Firma Grotemeier die Grabungen unterstützt.

Weitere Infos zu den Grabungen in Kalkriese gibt es hier.

Quelle:
Dr. Utz Lederbogen
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Osnabrück

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