Archive für Kategorie: Veranstaltungen

Das Königsgrab von Seddin steht im Mittelpunkt der dritten Veranstaltung in der Reihe „Topoi im Museum“, die im Märkischen Museum der Stiftung Stadtmuseum Berlin stattfindet.

Im Märkischen Museum werden seit der Entdeckung des Hügelgrabs in der Prignitz Ende des 19. Jahrhunderts die kostbaren Grabbeigaben aufbewahrt. Jens May, Gebietsarchäologe für das nordwestliche Brandenburg am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischem Landesmuseum und Mitglied des Exzellenzclusters Topoi, wird über die Ergebnisse neuester archäologischer Grabungen sprechen, die zeigen, auf welch komplexe Weise der Hügel 800 v. Chr. errichtet wurde.

In der Ausstellung im Märkischen Museum ist ein Teil der Fundstücke zu sehen, die der damalige Direktor Ernst Friedel 1899 für das Museum sicherte. Das Stadtmuseum Berlin wird diese zur Veranstaltung zeigen.

Bei der Vortragsreihe „Topoi im Museum“ stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Forschungsthemen aus dem Exzellenzcluster Topoi in Berliner Museen vor. Ziel der Reihe ist es, den Besuchern der Museen über aktuelle Forschungsergebnisse der Altertumswissenschaften auch andere Betrachtungsweisen auf zum Teil bekannte Sammlungsobjekte zu erschließen.
1899 stießen Arbeiter bei Chaussee-Bauarbeiten in der Prignitz auf ein prähistorisches Herrschergrab, das sogenannte Königsgrab von Seddin. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand zunächst die Grabkammer mit dem „Königsschatz“: Urnen und Schmuck, die zum Teil heute noch im Märkischen Museum zu sehen sind. Den Grabhügel hielt man für einen aufgeschütteten Erdhügel. Nach jüngsten archäologischen Forschungen muss er jedoch als eine Art frühes Monumental-Bauwerk beurteilt werden, das auf komplexe Weise aus Steinen und Sand aufgeschichtet ist. In einem Forschungsprojekt des altertumswissenschaftlichen Exzellenzclusters Topoi wird seit einigen Jahren nicht nur die Bauweise des Grabmals erforscht, sondern auch die Rituallandschaft, in welcher es vor fast 3000 Jahren entstanden ist. Das Projekt ist zudem eingebunden in eine größere Arbeitsgruppe zu Großbauten in der Antike im Exzellenzcluster; so erschließen sich weitere Bezüge etwa zur Kurganen, den größeren Grabhügeln in der eurasischen Steppe.

Der Exzellenzcluster Topoi bündelt die Stärken Berlins in der Erforschung der Antike und ist ein Kooperationsprojekt der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Zeit, Ort und Programm
– Dienstag, 5. April 2016, 18.00 Uhr
– Das Königsgrab von Seddin – Ein Monumentalbauwerk der Bronzezeit
– Märkisches Museum, Am Köllnischen Park 5, 10179 Berlin, U-Bhf. Märkisches Museum (U2)
– Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter public.relations@topoi.org wird gebeten.

Weitere Infos zu der Veranstaltungsreihe gibt es hier.

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Die Zerstörung der jahrtausendealten Kulturstätten im syrischen Aleppo und Palmyra sind aktuelle Beispiele dafür, dass Kriege nicht nur Menschenleben fordern, sondern auch den Verlust von materieller Kultur und kultureller Identität mit sich bringen. Auf dem Symposium „Dealing with Damage“ an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) diskutieren am 1. Februar 2016 Experten und Expertinnen den Umgang von Museen mit Verlusten von Kulturgut. 

Museen und Gedenkstätten stehen als kulturelle und soziale Institutionen in einer konkreten Verantwortung. Welche Möglichkeiten haben sie, Verluste wie die in Palmyra und Aleppo zu dokumentieren und aufzuarbeiten? Wie lassen sich diese Verluste auffangen oder gar kompensieren? Auf welchen Wegen können kulturell wertvolle Objekte gesichert beziehungsweise außer Landes gebracht werden? Und ist es überhaupt legitim, angesichts des Mordens an der syrischen Bevölkerung über Maßnahmen nachzudenken, die sich nicht zuerst und ausschließlich auf den Schutz der Menschen richten?

Während sich der erste Themenkomplex des Symposiums den Möglichkeiten der Sicherung und Dokumentation widmet, geht es im zweiten Teil um die Rolle und Bedeutung von Museen als Ausstellungsorte. Mit welchen Herausforderungen sind sie bei der Vermittlung von Zerstörung und Terror konfrontiert? Wo stoßen sie – auch an ethische – Grenzen der Darstellbarkeit?

Der Syrienexperte Prof. Dr. Kay Kohlmeyer berichtet über die Zerstörung von Kulturgut durch den Islamischen Staat in Aleppo. Issam Ballouz und Karin Pütt stellen das „Syrian Heritage Archive Project“ vor, bei dem Kulturgüter anhand von vorhandenen Daten erfasst und für die Nachwelt gesichert werden. Isber Sabrine fragt danach, welchen Beitrag die Zivilgesellschaft außerhalb eines Krisen- und Kriegsgebietes zum Erhalt von Kulturgütern leisten kann. Felicitas Heimann-Jelinek behandelt die Frage grenzüberschreitender Präsentationsformen. Per Video-Konferenzschaltung spricht Tom Hennes, Ausstellungsdesigner aus New York. Das Symposium endet mit einer Podiumsdiskussion, moderiert von Prof. Dr. Dr. Fless, der Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts.

Weitere Infos zu dem Symposium gibt es hier.

Quelle:
Gisela Hüttinger
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Das vermutlich älteste Textzeugnis der schiitischen Ismailiten liegt in der Universitätsbibliothek Leipzig. Die ungewöhnliche Geschichte dieser Handschrift wird am 12. Januar 2016 um 19 Uhr in der Bibliotheca Albertina vorgestellt von Prof. Verena Klemm und Cornelius Berthold vom Orientalischen Institut der Universität sowie von Dr. Bernd Kromer vom Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie in Mannheim, in dem die wertvolle Handschrift untersucht wurde.

Das „Buch des Schmucks“ (Kitāb az-Zīna) ist eine arabische Religionsenzyklopädie aus dem frühen 10. Jahrhundert. Sie wurde im Nordiran von Abū Ḥātim ar-Rāzī verfasst, der zu den Missionaren der Ismailiten zählte. Diese schiitische Splittergruppe versuchte damals – meist aus dem Untergrund heraus – das ihrer Meinung nach unrechtmäßige Kalifat in Bagdad zu stürzen. Das Kitāb az-Zīna ist dem Anschein nach unparteiisch, wirbt aber auch für die ismailitische Religionsauffassung.

Fragmente der Enzyklopädie sind in einer mehrteiligen Handschrift der Universitätsbibliothek Leipzig enthalten, die in den vergangenen Jahren im Rahmen eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft intensiv erforscht wurde. Vor ihrer Restaurierung im Jahre 2006 war der fragmentarische Charakter der Handschrift noch deutlich zu sehen: Fehlende Buchdeckel, verschiedene Schreiberhände am Anfang, Ende und im Hauptteil sowie zahlreiche lose Blätter. Dies alles deutet auf eine ungewöhnliche Geschichte hin, in die in den vergangenen Jahren Licht gebracht werden konnte. 2015 wurde die Handschrift einer Radiokarbondatierung am Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie unterzogen. Das Ergebnis dieser sogenannten C14-Analyse legt eine Entstehung im frühen 11. Jahrhundert nahe. Demnach wäre sie nur ein Jahrhundert nach dem Tod des Autors abgeschrieben worden. Das macht das Leipziger Fragment zur ältesten bekannten ismailitischen Handschrift überhaupt.

 

Quelle:
Susann Huster
Pressestelle
Universität Leipzig

Der Begriff der Identität in der Altertumsforschung steht im Mittelpunkt einer internationalen Tagung des Exzellenzclusters Topoi am 18. und 19. Juni im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin in Berlin-Mitte. Welche Spuren finden wir von vergangenen Kulturen und wie stehen wir heute zu historischen Akteuren in Beziehung? Die Antworten auf solche Fragen, die meist Aussagen wie „die Griechen“, „die Germanen“, „die Eliten“, „Jäger“ oder „Sammlerinnen“ enthalten, interessieren nicht nur die Altertumswissenschaften. Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Bis heute werden solche Zuschreibungen zur Legitimation von Machtansprüchen und zu Ein- und Ausgrenzungen in Politik und Gesellschaft, sowie auch im Privatleben verwendet. Doch lässt sich der moderne Begriff der Identität überhaupt auf das Altertum übertragen? Und wie gehen wir mit aktuellen Identitätspolitiken um, die sich auf die Vergangenheit beziehen? Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen – etwa der Archäologie, Geschichte, Ethnologie und Geographie – diskutieren anhand konkreter Beispiele über Identitätspraktiken der Antike und der Moderne mit Bezug auf die Altertumswissenschaften.

In den Altertumswissenschaften ist der Begriff Identität relativ neu. Erst seit den 1990er Jahren wurde er in Deutschland für die Erforschung der Alten Welt erschlossen und scheint derzeit mehr und mehr zu einem Schlüsselbegriff zu werden. Statt jedoch in der Moderne entwickelte Konzepte auf die Vergangenheit zu übertragen, soll bei der Tagung diskutiert werden, wie der Begriff für die Erforschung eines weiter zurückliegenden Zeitraums der Menschheitsgeschichte verwendet werden kann. Dabei spielt auch die Quellenlage eine zentrale Rolle – für einige Kulturen sind bereits Texte überliefert, für andere nur Objekte. Ferner geht es darum, wie moderne Identitätsdiskussionen die Forschung geprägt haben und immer noch beeinflussen sowie welche Identitätsangebote die Altertumswissenschaften wiederum der Öffentlichkeit unterbreiten.

Das Thema der von Dr. Kerstin Hofmann, Nachwuchsgruppenleiterin am Exzellenzcluster Topoi und am Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität, organisierten Tagung wird in vier Themenbereichen erschlossen: Identitäten: Theorien – Konzepte – Zugänge, Identität und Wissen, Identität und Raum sowie Identität und Repräsentation.

Identität zählt zu den Schlüsselbegriffen des Exzellenzclusters Topoi und wird in einer übergreifenden Arbeitsgruppe untersucht. Der Exzellenzcluster Topoi ist ein Forschungsverbund von Freier Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Deutschen Archäologischen Institut und dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte.

 

Weitere Infos zu der Tagung gibt es hier. 

Quelle:

Dr. Nina Diezemann
Stabsstelle für Presse und Kommunikation
Freie Universität Berlin

Deutsches Archäologisches Institut startet Veranstaltungsreihe im Rahmen des Review-Prozesses „Außenpolitik Weiter Denken“.
Am 15. Oktober 2014 um 18 Uhr diskutieren international Experten im Auswärtigen Amt zum Thema „Meaningful Heritage – New Challenges for Cultural Policy“ über den Kulturerhalt als Bestandteil der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, die aktuellen internationalen Herausforderungen und Handlungs- und Lösungsoptionen.

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) beteiligt sich aktiv am Review-Prozess des Auswärtigen Amts „Außenpolitik Weiter Denken“, der im Dezember 2013 von Außenminister Frank-Walter Steinmeier initiiert wurde. Als „dritter Säule“ deutscher Außenpolitik kommt der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik hierbei eine besondere Bedeutung zu. Durch die aktuelle politische Lage etwa im Nahen Osten gewinnt dieser Prozess gerade im Bereich des Kulturerhalts und des Kulturguterschützes neue Brisanz.

Das DAI vertritt seit 185 Jahren das Ideal, dass materielles und immaterielles Kulturerbe zu schützende, zu erhaltende und zu erklärende Grundlagen kultureller Identität und Verständigung sind. Erhalt, Schutz und Vermittlung des Kulturerbes sind Grundlagen stabiler sozialer und ökonomischer Gemeinschaften. Die Fragen, wie die Denkmäler vor Zerstörung und Raub zu bewahren sind, bewegen nicht nur eine kleine Wissenschaftsdisziplin, sondern uns alle.

Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe des Deutschen Archäologischen Instituts gibt es hier.
 

Quelle:
Nicole Kehrer
Pressestelle
Deutsches Archäologisches Institut

 

Internationale Tagung „Mars & Museum. Europäische Museen im Ersten Weltkrieg“ vom 18. bis 22. September 2014

Es ist weitgehend in Vergessenheit geraten, dass nicht nur der Zweite, sondern auch der Erste Weltkrieg ein bedeutender Einschnitt in der Geschichte der europäischen Museen war. Der Louvre wurde 1914 von Paris nach Toulouse und Blois fast komplett evakuiert. Die Eremitage in St. Petersburg verwandelte sich für Jahre in ein Kriegslazarett und ihre Sammlungen wurden nach Moskau verlagert. In Berlin gefährdete der Krieg u.a. die großartige Münzsammlung im Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum), die von der Reichsbank als Garantie für Gold in Anspruch genommen wurde. Das British Museum verlor elf seiner Kustoden. In den Operations- und Besatzungsgebieten im Westen und Osten war der Museumsbetrieb aufgrund von Zerstörungen und der Evakuierung vieler Sammlungen jahrelang unterbrochen oder gestört; während und besonders nach dem Krieg blieben Neuerwerbungen erschwert. In vielen Institutionen eröffneten sich in der unmittelbaren Nachkriegszeit aber auch ungeahnte Möglichkeiten für die Umsetzung von Reformen, Neuordnungen und Umbauten.

Mit der Geschichte der europäischen Museen im und nach dem Ersten Weltkrieg beschäftigt sich eine Tagung, die vom Fachgebiet Kunstgeschichte der TU Berlin, dem Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Centre Marc Bloch veranstaltet wird.

Ziel ist es, das Schicksal von Museumsbauten, von Sammlungen sowie des Museumspersonals im Ersten Weltkrieg erstmalig vergleichend und transnational zu beleuchten. Die strukturellen Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Museumsgeschichten im Krieg sollen ebenso beleuchtet werden wie auch nationale Spezifizitäten. So soll die Tagung die sich zunehmend internationalisierende Museumsforschung nicht nur widerspiegeln, sondern durch Identifizierung von Forschungslücken und Desiderata auch entscheidend vorantreiben.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch.

Weitere Infos zum Programm der Tagung „Mars & Museum. Europäische Museen im Ersten Weltkrieg“ gibt es hier.

Quelle:
Stefanie Terp
Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Technische Universität Berlin

 

 

Auf dem 50. Deutschen Historikertag werden vom 23. bis 26. September 2014 an der Universität Göttingen über 400 Referentinnen und Referenten neueste Forschungsergebnisse diskutieren. Gut ein Viertel von ihnen reist aus dem Ausland an – insgesamt werden 21 Nationen vertreten sein.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Stiftung Niedersachsen fördern die internationale Ausrichtung des Historikertages mit insgesamt 60.000 Euro. „Die Förderung macht es unter anderem möglich, dass wir internationale Nachwuchswissenschaftler bei ihren Reisekosten unterstützen“, so der Geschäftsführer des Historikertages, Benjamin Bühring. „Von den Impulsen aus anderen Wissenschaftssystemen profitieren alle Teilnehmer. Internationale Vernetzung hat einen sehr großen Stellenwert für die Geschichtswissenschaft“.

Eine der größten Gruppen ausländischer Wissenschaftler stammt aus Großbritannien, dem Partnerland des 50. Deutschen Historikertages. In mehreren Sektionen werden Fragen der britischen und deutsch-britischen Geschichte thematisiert. Gemeinsam mit der Royal Historical Society (RHS) bietet der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) eine Sektion mit dem Titel „The Psychology of National Difference in the Mid-20th Century Crisis“ an, unter der Leitung des RHS-Präsidenten Prof. Dr. Peter Mandler von der Cambridge University. Im Schülerprogramm spricht mit Prof. Dr. Nicholas Stargardt von der Oxford University einer der führenden britischen Experten für deutsche Geschichte über „Versteckte Kinder im Holocaust“. Prof. Dr. Christopher Clark von der Cambridge University debattiert zudem mit Prof. Dr. Gerd Krumeich über die Hintergründe des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs.

„Die Universität Göttingen als Gründung Georgs II. und mit ihren vielfältigen aktuellen wissenschaftlichen Verbindungen nach Großbritannien ist also gleich in mehrfacher Hinsicht ein idealer Tagungsort für dieses Partnerland“, so Prof. Dr. Arnd Reitemeier, Sprecher des Ortskomitees. „Vor dem Hintergrund des Referendums in Schottland am 18. September wird es spannend sein zu beobachten, wie die Kolleginnen und Kollegen aus England, Wales und Schottland das Motto ‘Gewinner und Verlierer‘ des Historikertags aufgreifen werden.“

Rednerin auf der Festveranstaltung am Donnerstag, 25. September, um 19 Uhr in der Stadthalle ist Lyndal Roper, Regius-Professorin für Geschichte an der Oxford University und die erste Frau in dieser Position seit der Stiftung des Lehrstuhls 1724 durch Georg I. Sie spricht über die Rolle von Frauen im Wissenschaftssystem in Großbritannien und Deutschland.

Weitere Infos zum Historikertag 2014 gibt es hier.

Quelle:
Thomas Richter
Presse, Kommunikation und Marketing
Georg-August-Universität Göttingen

Öffentlicher Abendvortrag am 25. März 2014 um 20:00 Uhr anlässlich der ICLEA-Tagungseröffnung im Pommerschen Landesmuseum Greifswald. Professor Dr. Thomas Terberger, Hannover, spricht zum Thema „‚Neolithische Revolution‘ im Norden? Neue Ergebnisse zu den letzten Sammler-Jägern und ersten Bauern im westlichen Ostseegebiet“.

Kaum ein Thema beschäftigt die archäologische Wissenschaft seit über 100 Jahren so intensiv wie die Frage nach der „Neolithischen Revolution“, die als Ausgangspunkt einer dynamischen gesellschaftlichen Entwicklung bis in die heutige Zeit verstanden wird. In den letzten Jahren haben Feldforschungen und naturwissenschaftliche Disziplinen wichtige neue Ergebnisse geliefert. So sprechen paläogenetische Daten für eine Einwanderung der linienbandkeramischen Bauern und am Nordrand der Lösszone entstand Mitte des 6. Jahrtausends v.Chr. für Jahrhunderte eine markante wirtschaftsgeschichtliche und ethnische Grenze. Für die Interaktion zwischen späten Sammler-Jäger-Fischergemeinschaften und den ersten Bauern sowie das Verständnis der Neolithisierung des Nordens ab ca. 4.000 v.Chr. spielt die gewässerreiche Landschaft des heutigen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie die südliche Küstenregion der Ostsee eine ganz wichtige Rolle. Der Vortrag wird die Ergebnisse der interdisziplinären Forschung der letzten Jahre und das neue Bild des Übergangs zum Neolithikum an ausgewählten Beispielen diskutieren.

Hinweise zur Teilnahme:
Kontakt für die ICLEA-Tagung: Dr. Sebastian Lorenz
Institut für Geographie und Geologie, Lehrbereich Physische Geographie,
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 16, 17489 Greifswald, Tel. 03834 86-4526,
sebastian.lorenz@uni-greifswald.de

Weitere Infos gibt es hier.

Vom 28. bis 31. März findet die Jahrestagung „Archäometrie und Denkmalpflege 2012“ an der Universität Tübingen statt.

Vom 28. bis 31. März findet an der Universität Tübingen die gemeinsame Jahrestagung des „Arbeitskreises Archäometrie und Denkmalpflege“ der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft, des „Arbeitskreises Archäometrie“ der Fachgruppe Analytische Chemie in der Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Gesellschaft für Naturwissenschaftliche Archäologie – ARCHAEOMETRIE statt. Der Verbund hat das Ziel, naturwissenschaftliche Fachkompetenz im Bereich Kulturwissenschaften zu etablieren.

Auf den Jahrestagungen werden aktuelle Ergebnisse analytischer Untersuchungen zur Lösung kulturhistorischer Fragestellungen vorgestellt. Ob archäologische Objekte aus Keramik, Glas, Stein; organischen Materialien wie Zähnen oder Elfenbein; Münzen und Waffen; oder die Reste von Fertigungsstätten: neue Entwicklungen in der Analytik erweitern die Möglichkeiten substanzschonender Untersuchungen. Auch Kulturgüterschutz und Denkmalpflege profitieren, denn Natursteinbauwerke, Glasfenster, bemalte Skulpturen und Wandmalereien können nur gerettet werden, wenn ihre chemischen und mineralogischen Zusammensetzungen sowie zerstörende Mechanismen bekannt sind und bei konservatorischen Arbeiten berücksichtigt werden können.

Bei der diesjährigen Tagung spricht Juniorprofessor Dr. Johannes Krause vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen über „Das Genom des Schwarzen Tods: Genetische Untersuchung des mittelalterlichen Pesterregers“. Der Vortrag am Mittwoch, 28. März, (19:30 Uhr im Audimax, Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz) ist öffentlich.

Tagungsthemen sind unter anderem analytische Untersuchungen an glasierter Baukeramik in Zentralasien, die physikalisch-chemische Untersuchung von Wasserzeichen oder ein Echtheitstest für Bronze, der am Tübinger Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters entwickelt wurde. „Mit dieser Methode konnte beispielsweise die Echtheit der „Himmelsscheibe von Nebra“ nachgewiesen werden“, sagt Professor Ernst Pernicka, der lokale Organisator der Tagung.

An der Universität Tübingen wird seit einigen Jahren die Naturwissenschaftliche Archäologie im Bereich Forschung und Lehre konsequent aufgebaut. Diesen Aktivitäten liegt eine Verbundforschung zugrunde, die mit multidiziplinären Methoden der Naturwissenschaften interdisziplinäre Fragestellungen aus dem Bereich der Archäologie beantwortet, und die unter dem Begriff Umweltarchäologie zusammengefasst werden kann. Um diesen Forschungsschwerpunkt zu stärken, wurden Stellen für Professoren und Wissenschaftler/innen in Tübingen geschaffen und 2007 das interfakultäre Zentrum für Naturwissenschaftliche Archäologie (ZNA) gegründet. Durch eine Langzeitkooperation mit dem Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie in Mannheim und mit einem Langzeitprojekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften im Bereich menschliche Evolution erfolgten weitere Schritte, um einen bundesweiten Spitzenplatz auf dem Gebiet der Naturwissenschaftlichen Archäologie zu erlangen.

Seit Herbst 2008 bietet Tübingen erstmalig in Deutschland den Masterstudiengang Naturwissenschaftliche Archäologie an. Nachwuchswissenschaftler der fünf Säulen des Zentrums (Archäobotanik, Archäometrie, Archäozoologie, Geoarchäologie, Paläoanthropoloige) können hier alle Phasen der Ausbildung bis zur Promotion absolvieren. Das Promotionsstudium ist wiederum in die sich im Aufbau befindliche Tübinger Graduiertenakademie integriert und wird durch zwei Promotionsverbünde von der Universität unterstützt.

Weitere Informationen zu der Tagung finden Sie hier.
Quelle:
Michael Seifert
Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen
Die internationale Tagung „Weblogs in den Geisteswissenschaften oder: Vom Entstehen einer neuen Forschungskultur“ am 9. März 2012 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München begleitet den Online-Gang des deutschen Blogportals de.hypotheses.org. Das Portal stellt kostenlos einen Service zur Verfügung, der das Eröffnen von Wissenschaftsblogs aus allen Disziplinen der Humanities erleichtert, diese unter einem Dach versammelt und für eine größere Sichtbarkeit sowie für die Archivierung der Inhalte sorgt.

Damit wird auf ein Defizit reagiert. Während in anderen Ländern und in anderen Disziplinen das Bloggen bereits zum wissenschaftlichen Alltag gehören, führen sie in den deutschsprachigen Geisteswissenschaften derzeit ein Nischendasein. Kritiker verweisen auf das Risiko eines wissenschaftlichen Qualitätsverfalls und betrachten das Blogwesen vorwiegend als Mitteilungsort privater Befindlichkeiten. Doch die Stimmen derjenigen nehmen zu, die das Potential wissenschaftlichen Bloggens für die schnelle Verbreitung und Diskussion aktueller Forschungsinhalte hervorheben. Einblick in laufende Projekte zu gewähren, öffentliche Kommentare, die Freiheit im Stil und die Popularisierung von Ergebnissen sind dabei ungewohnte Erfahrungen. Erleben wir gerade das Entstehen einer neuen Wissenschaftskultur?

Dies thematisiert die Tagung über Weblogs in den Geisteswissenschaften, die darüber hinaus eine Bestandsaufnahme und einen Blick über den Tellerrand auf die Blogkultur anderer Länder und anderer Disziplinen wirft. In den insgesamt zehn Vorträgen stehen Fragen der Zielsetzung, Akzeptanz, Qualitätssicherung und Stilformen dieser Art der Publikation im Vordergrund.

Veranstaltet wird die Tagung vom Deutschen Historischen Instituts Paris und vom Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians Universität München, mit finanzieller Unterstützung von L.I.S.A. – Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung und der Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA).

Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.

Tagung am 9. März 2012, 09:00–17:30 Uhr / Bayerische Akademie der Wissenschaften, Alfons-Goppel-Str. 11, 80539 München

Kontakt / Anmeldung: Deutsches Historisches Institut Paris, Inger Brandt: ibrandt@dhi-paris.fr

Quelle:

Dunja Houelleu
Presse + Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Historisches Institut Paris